Nur ein Gedanke...

Skafloc
Nur ein Gedanke...

Als ich, mal wieder, heute morgen um 5:30h ins Bett kroch,
kam mir ein Gedanke, der mich nicht mehr losließ, den ich weiterspann,
bis ich voller Zufriedenheit und Ruhe mit einem leichtem Lächeln
einschlief....

Irgendwie hatte ich Lust, einfach rauszugehen. Die morgendliche Dämmerung und das Vogelgezwitscher zogen mich, trieben mich, förmlich raus...
Also machte ich mich fertig, stylte mich richtig, nahm kippen, Music (mp3-player) und nen Flachmann gegen die morgendliche Kälte mit und ging...
Ich ging runter zum Fluss, er ist nicht weit von mir entfernt, am Fluss steht ein großes Gebäude auf dessen dach immer die Raben sitzen
und an der Seite, die zum Fluss steht, gibt es einen großen Vorsprung, wo man leicht raufkommt. An der wand sind Graffitis und manchmal
sitzen da auch „schwarze“ gestalten.
Wenn man da sitzt, sich an die wand lehnt, kann man sehr schön den Fluss beobachten und hat einen herrlichen Ausblick auf das Tal.
Hinter einem berg, steigt morgens die sonne auf...das wollte ich sehen...

Als ich mich diesem besagten ort näherte, sah ich schon von weitem, das auf dem Vorsprung jemand lag und schlief....
...ganz in schwarz, Pinke Strähnen...und ganz zusammen gekauert.
Ein wenig verließ mich der mut....ich wollte allein sein, den Moment genießen, nachdenken...
Ruhe haben...

Na ja, dachte ich mir so, ist mir egal, wie mir so vieles momentan egal ist, ich will diesen Augenblick erleben und zwar jetzt...
Also ging ich leise hoch...es war ein Mädchen...so um die 15 Jahre alt...
so wie es aussah, hatte sie die ganze nacht hier verbracht...was sie wohl dazu getrieben hat, fragte ich mich...
Aber kaum war die frage gedacht, war sie wieder weg...ich mochte auf einmal nicht mehr alleine sein...
ich setzte mich behutsam neben sie, ohne sie aufzuwecken.

Machte mir eine Zigarrette an, trank einen schluck aus dem Flachmann und schaltete leise die Music an und schaute über den Fluss,
hinauf zum berg und merkte das es wohl noch eine weile dauern wird bis die sonne am Horizont erscheint...
Ich lies meinen Gedanken freien lauf und beobachtete die natur...

Ich saß da im Schneidersitz und sie lag mit dem kopf zu mir...ein recht hübsches Mädchen...
Irgend wie spürte sie, das da jemand ist, meine nähe, meine wärme und im Halbschlaf streckte sie einen arm aus und legte ihn mir auf den schoss...
so blieb das eine weile, ich schaute weiter geistesabwesend in die Welt und sie schlief wieder...
bis sie wohl irgendwie realisierte das ihr arm auf etwas lag, es umklammerte, was da vorher nicht war....

sie erwachte, zog den arm weg und stützte sich auf ihren beiden armen ab.. und schaute mich mit müden, verheulten Augen an...
ich sah in ihr Gesicht...merkte das sie zitterte, fror...ich bot ihr den Flachmann an, den sie dankend annahm, ohne ein Wort zusagen...
sie sah mich an...ich sah sie an ..und irgendwie spürten wir eine nähe, eine Vertrautheit, wie sie unter fremden selten zu finden ist....

sie fror immer noch...ich zog meinen Mantel aus und setzte mich mit angewinkelten Beinen hin...
wir verstanden uns ohne Worte und sie kroch zwischen meine Beine, legte den kopf auf meine Schulter,
kauerte sich da zusammen und umgriff meinen linken arm mit ihren beiden armen...
ich legte den Mantel über sie wie eine decke...ich starrte wieder auf den Fluss und ins Tal,
während sie so in meinen armen lag, glücklich und geborgen fühlend...

plötzlich riss mich ein schmerz aus meinen Gedanken...sie hatte sich in meinen arm gekrallt, mein arm, der arm,
an dem ich mich immer schneide, aber das wusste sie ja nicht...
tränen liefen ihr übers Gesicht und ich streichelte ihr mit der anderen hand über ihr haar und küsste sie auf ihr Haupt....
sie beruhigte sich wieder, erst später realisierend das mir ihr griff weh getan hatte...
sie schob meinen Ärmel hoch und sah die schnitte, wunden, von denen nun einige wieder bluteten...
ihr standen wieder tränen in den Augen und sie sah mich fragend an...ich schaute sie an...und wir verstanden uns ohne Worte...
sie legte sich wieder an meine Schulter und schlief bald ein..
ich umarmte sie und drückte sie sanft an mich und schaute in Richtung des Berges...die sonne begann langsam aufzugehen...
ich saß so da, gedankenfrei und schaute diesem Schauspiel zu....

in diesem Moment fühlte ich mich so glücklich, eins mit der natur, mit ihr, ein liebes wesen, das Schutz sucht, in meinen armen haltend,
das mich versteht, das ich verstehe, ohne Worte....es war so schön, das ich wünschte die zeit anhalten zu können und
für die Ewigkeit so zu sitzen und so zu empfinden.....oder zu sterben....


...alles nur ein Gedankenspiel....leider....irgendwie kann ich diese Stimmung und dieses Gefühl, was ich dabei empfand, nicht wirklich in Worte fassen....snueff

© Skafloc
Sorrow
Hey Skafloc,

deine Gedanken haben mich wirklich sehr bewegt, mich in meiner Seele berührt. Ziemlich exakt genau so würde ich wohl auch einen gleichzeitig schrecklich melancholischen und wunderschönen, harmonischen Moment mir vorstellen. Leider lasse ich meine Gedanken kaum noch so frei schweifen, bin da schon ziemlich abgestumpft. Aber tief drinnen sind die Gefühle schon noch alle da. Besonders sprechen mich auch deine Aspekte der Einheit mit der Natur sowie der wortlosen Kominikation an, das sind genau meine Themen. Ich gehe ja zur Zeit (bzw. fast immer, selbst wenn ich es mir nicht erlauben kann) auch immer erst am frühen Morgen, also 6-7 Uhr, ins Bett. Manchmal gehe oder fahre ich mit dem Rad dann noch an einen nahegelegenen See. Vor 6 Uhr ist dort kein Mensch, eine herrliche Ruhe. Viele verschiedene Tiere wachen gerade auf, hauptsächlich Vögel. Vögel sind so schöne Tiere. Raben, Möwen, Schwarz und Weiß. Und Enten find ich auch total niedlich, sie machen mich fröhlich. Und wenn dann die Sonne in all ihrer Natur-Gewalt aufgeht, als ein majestätischer Glutball, dann fühle ich mich manchmal so gebannt, so eins mit allem. Das einzige was in diesem Moment dann noch fehlt, wäre, wie du es in deinen Gedanken beschreibst, eine verwandte Seele an seiner Seite. Worte wären wahrscheinlich schon viel zu grob, würden den zerbrechlichen Moment banalisieren. Sich wortlos verstehen und eins sein mit allem.... *seufz*

Ich wünsche dir noch viele schöne Sonnenaufgänge...
Und ein liebes Wesen das dich wortlos versteht...

Sorrow

*gerad richtig melancholisch geworden durch deinen Text, aber das ist was Gutes*
koto
Hallo skal,

dein Text ist super schön und er hat mich richtig berürt, etwas was nur noch selten bei mir passiert. Ich hoffe du hast solche Gdanken und Momente noch oft und alle werden so schön sein wie dieser.
Ich hoffe jeder von uns hier nein besser jeder Mensch hat einmal solche Momente und wer weiß vieleicht werde aus Momente in dennen die Gedanken so frei sind wirklichkeit!

Euer koto
Skafloc
Also erstmal moechte ich mich fuer alle positiven feedbacks bedanken

...und ihr koennt auch weiterhin eure meinungen dazu hierlassen

Das der text soo gut ankommt hatte ich ehrlich gesagt nicht erwartet

...und je oeffter ich ihn lese, darueber nachdenke, desto mehr erschliest sich mir dessen tiefere bedeutung.


@Sorrow

Du solltest es dir ruhig hin und wieder genehmigen, deinen gedanken freien lauf zu lassen...nur so kann eine gefangene seele umherschweifen und sich frei fuehlen...

enten machen mich auch immer froehlich, wenn ich mal in den stadpark gehe, und da am teich bin, so meinen gedanken nachhaenge, quackt irgendwo eine ente,
und ich muss immer daran denken, das jmd einen witz erzaehlt hat, weil das immer so klingt, als ob sie lachen..oder lachen sie mich armen teufel aus?? Zunge raus

danke fuer die wuensche...und du weisst ja..diesen ort gibt es in real...und irgendwo gibt es sicher auch dieses Maedchen in real.. smile
nur das alles mal so zusammen kommt..eher unwahrscheinlich..leider..snueff... traurig


@koto

das wuenschte ich mir auch so sehr...das mal zu erleben...aber das wird leider nie passieren...und darin liegt die eigentliche tragik des ganzen...
man weiss das alles existent ist, doch wird man diesen moment nie erleben... unglücklich


nun ja, noch was zum text...die gedanken daran, die stimmung und die gefuehle, haben mich noch den ganzen tag lang verfolgt...
ich musste ihn einfach hier loswerden, und freue mich , das so viele daran anteil nehmen...
und ich wuensche jedem von euch, das er euch in bestimmten situationen wieder in den sinn kommt,
euch vlt halt gibt, euch ein wenig troestet oder einfach nur gut tut....

LG Skafloc
massi
hy ska,
ich fand deinen text auch sehr beeidruckend,
ich finde es schön, dass du an diesem morgen deiner inneren stimme gefolgt bist und dich auf den weg gemacht hast ohne erwartungen, und diese wundervolle begegnung und erfahrung erleben durftest.
sei gegrüsst ska


massi
Black-Nr-One
sehr netter gedanke!
ich hätte gern einen freund der auch so über meinen schlaf wacht und mich beschützt und beruhigt wenn meine träume mich wieder heim suchen ...

heike
nugl
Ich bin erst jetzt auf diese Seite gestoßen.
Behalte dir diese Erinnerung, du wirst sie sicherlich mal brauchen können.
Ich für mich kann nur sagen, ich selber bin in der glücklichen lage, dass ein großteil nicht im Gedanken ist, sonder die realität. Ich habe eine ganz liebe person an meiner Seite, wir verstehen uns auch ohne worte und können die schönheiten der Natur und des Lebens genießen. Beide haben wir die gleichen Gedanken, nicht immer zur selben Zeit, Gott sei Dank, darum verstehen wir uns ja auch so gut.
Es ist auch nicht immer leicht, aber das wissen wir beide.
Ich für meinen Teil sage mir immer, wo Sonne ist ist auch Schatten. Es muß einen gegensatz geben, denn sonst kommen die Dinge aus der Bahn und es läuft nicht mehr rund. Auch muß man Streiten können, auch sollen mal die Fetzen fliegen oder mal das geschirr. Für mich ist nur eines Wichtig, man soll sich dann aber auch aussprechen können ohne dass man dem anderen etwas vorwirft oder ihn beleidigt. Man soll bei sich selber auch mal die Fehler suchen und sie auch eingestehen. Dem Partner soll man auch diese Fehler gestehen die man gemacht hat. Ebenso soll man Fehler die der Partner macht sehen darüber Reden und sie verzeihen.
Es gibt doch nichts schöneres wenn sich zwei verstehen und glücklich sein können. Das Leben genießen
man hat nur eines, wer weis wie lange.
Lebe heute so, als ob es kein morgen gebe.
Dieser Spruch ist es der mir nicht aus dem Kopf geht. Ich will mich daran halten.
Ich genieße und sehe das Leben und die Natur seit einem Jahr mit ganz anderen Augen.
venus
skafloc´s text finde ich auch sehr schön und berührt mich auch Augenzwinkern und ich kann auch von großem glück sprechen das ich einen freund gefunden habe, mit dem ich mich fast"blind" verstehe
ShadowHeart
hmm...das erinnert mich an etwas...aber ich werde so etwas nie haben...snief.. Heuler