Wie kriege ich meinen Arzt dazu, mir was zum Schlafen zu verschreiben?

Fleddermaus
Hallo,

ich habe mal ne Frage: Meinen Hausarzt habe ich mal dazu gekriegt, mir ein Benzo zu verschreiben, indem ich von meinen Schlafstörungen berichtete und meinen Selbstversuchen, freiverkäufliche Schlafmittel mit Alkohol runterzuspülen.

Soll ich das gleiche beim Psychiater versuchen, der ist ja eigentlich Anlaufstelle Nr. 1? Von ihm bekomme ich Seroquel und Quilonum gegen die Depressionen. Mittlerweile bin ich bei manchmal 700 mg Seroquel angelangt. Noch lieber, weil es weniger Nebenwirkungen hat, nehme ich 400 mg und trinke 2 Gläser Wein bzw. Sekt. Oder nen Schnaps. Davon hatte ich noch keinen Kater und es half mir beim Einschlafen.

Wegen der Leberwerte und meinem Bauchfett wird der Arzt davon nicht begeistert sein, wenn er das erfährt. Habe ich dadurch Chancen, dass er mir was verschreibt?
Hana'stears
mh... also ich denke, er wird dir zunächst mal davon abraten. Und dann kannst du ihm natürlich erzählen, dass du die Medikamente zum Einschlafen wirklich brauchst. Naja, versuchen kannst du es ja.
iphigenie
ich glaube eher, dass er dir dann erst recht nichts verschreibt. Immerhin ist ja bei Benzos ein sehr hohes Abhängigkeitsrisiko gegeben, und die Gefahr einer Dosiserhöhung, damit man denselben Effekt erzielt, ist auch gegeben.
Und da würde der Arzt dann vielleicht erst recht eine Gefahr sehen, wenn er weiß dass du schonmal Schlafmittel und Alkohol zusammen genommen hast. Weil das könnte ja mit den Benzos auch wieder passieren, und dann wäre man ganz ganz schnell in ner Sucht oder zumindest nem schädlichen Gebrauch drin.
appetency
Ich glaube, wenn du dich schon so stark an Seroquel zum Schlafen gewöhnt hast, wirst du bei Benzos noch schneller eine Dosiserhöhung brauchen. Wenn, dann würde ich es eher mit Zolpidem + der Kombination mit Seroquel probieren. Vielleicht brauchst du dann von beidem weniger. Ich mache es auch so, allerdings Zolpidem + Dominal und schlafanstoßend wirkt bei mir die gegenseitige Wirkungsverstärkung.

Lg
Godless
Meiner verschreibt mir gar nichts.nichtmal AD's.

ich habe meine medikation hauptsächlich noch aus der klinik.
allerdings habe ich freierwerbliche und alkohol hinzugefügt.

meiner will mir einfach nichts verschreiben, möglich dass deiner das auch nicht macht. (meiner traut es sich nicht oO )
appetency
geiler arzt, der sich nicht traut, ad's zu verschreiben. sehr seltsam. überweist er dich wenigstens zum psychiater?
Opiumtinktur
Im Idealfall fragst du ihn einfach... jetzt kurz vor Weihnachten ist da eh ein guter Zeitpunkt. Wer schon Quilonom (oder so) zur Rezidivprophylaxe erhält hat es imo eh nicht schwer.... Sag ihm doch einfach, dass jetzt gerade in der Weihnachstszeit alte Erinnerungen dich überrennen und deinen Mut besiegen, aber dass du gerne weitermachen würdest etc. und was zum Schlafen bräuchtest, zum Beispiel Zolpidem. Dann sagst du ihm, dass du des öfteren dissoziative Zustände hast, weil du deine Gefühle nicht in den Griff kriegst und deshalb gerne zum Bedarf ne Schachtel von nem Benzo am besten Oxazepam (du hast dich ja informiert) bräuchtest... Wenn du ihm das noch glaubhaft und natürlich eben nicht so verkrampft (du musst in der Therapiestunde ja kein Theater spielen) wird er es dir schon geben...

Viel Spass und berichte doch mal von den Resultaten

LG
Opiumtinktur
Marika
wieso ein Benzo? Die kannst du ja dann eh nicht dauerhaft nehmen und du hast das selbe Problem wie beim Seroquel- die Müdigkeit wird irgendwann weniger. Selbiges bei Zopiclon und Zolpidem - man gewöhnt sich dran und hinterher hast du Rebound-Schlaflosigkeit - viel Spass damit. Augen rollen man muss sich ja nicht unbedingt freiwillig in eine Abhängigkeit reinreiten...

Ich selber schwöre auf trizyklische Antidepressiva zum Schlafen, mein Favorit ist Doxepin. Ich nehme es nur bei Bedarf (weil ich ja nur die Nebenwirkungen will, nicht die Wirkung) und das klappt sehr gut.
Opiumtinktur
Und bei Doxepin hast du keine "Rebound-Schlaflosigkeit", ja? Augen rollen
Das "Schlafmittel", bei dem du das nicht hast möchte ich sehen (und damit meine ich nicht Baldrian und Hopfen)

Ich denke die wenigsten brauchen Schlafmittel, weil sie ja soooooo schlecht schlafen können und wer schon rezepfreie mit Alk runterspült und den Hausarzt nach Benzos fragt, der ist wohl besser mit Zolpidem und nem Bedarfsbenzo dran.

Ansonsten kann man Benzos durchaus dauerhaft einnehmen; schon mal was von intermittierendem Gebrauch gehört? Das hängt natürlich auch von der Verständigung zwischen Arzt und patient ab.

Aber vielen Dank für die weisen Ratschläge, mit denen du so einigen beigebracht hast, was sie sowieso schon wussten Augen rollen

Desweiteren ist es im Prinzip kontraindiziert, Quilonum, ADs und evtl. Seroquel zu mixen, in dem Fall ginge der Spass tatsächlich verloren
Marika
der Beitrag ging nicht an dich, wieso fühlst du dich angesprochen?
woher willst du wissen, dass die wenigsten hier Schlafmittel brauchen, weil sie schlecht schlafen können?

und nein, ich habe keine Rebound-Schlaflosigkeit beim Doxepin, habe immer wieder Phasen, wo ich ohne traumhaft schlafen kann. Augenzwinkern

das Problem ist nur, dass viele nicht mit Benzos umgehen können. Sieht man hier immer wieder - aus nem Bedarfsbenzo wird dann schnell ein "ups, ich nehms täglich und in immer höheren Dosierungen"-Benzo. wenn du es mit deinem Gewissen vereinbaren kannst, anderen dazu noch Tipps zu geben, ist das deine Sache. Ich kann es nicht, also sage ich meine Meinung dazu. Des weiteren wollte die Threaderöffnerin ganz klar was zum Schlafen und darauf bin ich eingegangen. Gibt keinen Grund, mich deswegen anzumeckern. Augen rollen ich habe in Kliniken genug Leute kennengelernt, die sowohl von Zolpidem/Zopiclon als auch Benzos abhängig waren und finde deswegen, man sollte ausweichen, wann immer das möglich ist.
Opiumtinktur
Okay, vll. reagiere ich hin und wieder etwas überzogen, sorry dafür. Ich habe mich angesprochen gefühlt, da ich als erster von Benzo geredet habe und du als erster gegen Benzos geredet hast... ausserdem mag ich diesen "rolleyes-smilie" nicht Augenzwinkern

Aber zum Thema:

Wenn du meinen allerersten Beitrag hierzu durchliest, dann wirst du vll. auf eine etwas versteckte Ironie stossen. Normalerweise würde ich jemandem sagen, der schreibt, er/sie würde Lithium und Seroquel nehmen, das Seroquel hochdosieren und manchmal sogar noch Schnaps und Sekt und sonstwas dazu trinken:

"Lass es doch einfach mal bleiben und überleg dir mal warum du eigentlich nicht schlafen kannst. Schlafmittel hast du doch schon genug und deine Leberwerte werden davon auch nicht besser. Wie wärs wenn du das Zeug ausschleichst?"

So zum Beispiel... meinst du das hätte was gebracht? (Denn immer wenn ich etwas direkt werde, und das genau so schreibe wie ichs denke, dann kommt nur iso ne dumme Antwort... man hat ja schliesslich genug Zeit darüber nachzudenken und es sich so zurechtzuschieben wie mans grad braucht, bevor man da was abschickt)

Ich hatte selbst schonmal nen Temesta-Entzug und obwohl mich jeder davor gewarnt hat, wollte ich nicht drauf hören. Ich denke manchmal muss man eben seine eigenen Erfahrungen machen...

Und schlussendlich ist das leichter aufgeschrieben als getan. Wenn man natürlich nen miserablen Arzt hat, der des einfach so rausrückt, dann braucht man nicht erst so eine Story erfinden, bevor man des auch kriegt.
Und wenn er gut ist, sollte man davon ausgehen, dass er das ganze entsprechend kontrolliert und nicht in der Woche drei Schachteln abgibt...

Soviel dazu. Nimmst du dein Doxpein eigentlich jeden Tag oder machst du zwischendurch Pause? Denn da Doxepin ja Ad ist, darf man von dem besprochenen Rebound erst nach ein zwei Wochen ausgehen...

Wie gesagt, nochmal sry fürs "Anmeckern"

LG
Opiumtinktur
Fleddermaus
Also, was ich gemerkt habe ist: Mit Seroquel habe ich angefangen 2007 mit 200 mg, das musste ich etappenweise steigern bis zuletzt auf 500 mg. Bis auf 1200 mg kann man raufgehen, wollte ich aber eigentlich nicht. Nun habe ich wohl (Vollmondbedingt vielleicht?) trotzdem Probleme mit Einschlafen und trinke zusätzlich 2 Gläser Sekt bzw. Wein. 6 Stunden Schlaf hin und wieder gehen auch in Ordnung. Hinzu kommt, ich bin eher der Eulen-Typ, der spät ins Bett geht und nicht vor 10 aus dem Bett findet.

Evtl. brauche ich gar nicht nach nem Schlafmittel fragen, einfach mal nur 5-6 Stunden schlafen und dann dafür die nächste Nacht etwas früher ins Bett gehen. Ich weiß es nicht. Wenn es öfter mal 5 Stunden werden, habe ich ein ernsthaftes Problem und spreche meinen Psychiater drauf an. Danke erst mal für die Tipps. Augenzwinkern
Godless
Zitat:
Original von appetency
geiler arzt, der sich nicht traut, ad's zu verschreiben. sehr seltsam. überweist er dich wenigstens zum psychiater?


Zur Psychologin.
Die darf mir folglich nichts verschreiben,aber ich sie soll mir etwas empfehlen und ihm das mitteilen,dann würde er mir das verschreiben.
Fjodor M.
Bisher wurde ich von Ärzten nur indirekt beleidigt wenn ich sowas wollte. Haben mir dann irgendeinen Käse von Baldrian und Sport treiben erzählt. Sowas ist die 10 Euro Praxisgebühr beim besten Willen nicht wert.
Fleddermaus
Nein, das ist es nicht wert, zum Doc zu gehen, wenn der einen ohne Rezept in die Apotheke schickt... da fragt man sich, macht der seinen Job oder nur ne Fließbandabfertigung? Wenn man bedenkt, wie lange man im Wartezimmer sitzt und wie kurz das Gespräch dann dauert, nur 5-10 Minuten. böse

Da würde ich mir einen anderen Arzt suchen.