*Schäfchen*
Ein etwas komischer Titel, ja.
Also ich hab hier in das Forum eigentlich kaum reingeschaut. Ich? Gemobbt? Niiiiiie!
Aber irgendwie bin ich nachdenklich geworden in dieser Hinsicht. Wenn ich so dran denke, was mir (und einer Freundin gegenüber) an Sprüchen gedrückt wurden, was über uns gelästert, geschrieben (Abgängerzeitung) wurde und allgemein, wie man uns so behandelt hat... dann könnte man das durchaus als Mobbing bezeichnen. Aber ich habe das nie so empfunden. Vielleicht weil wir zu zweit waren? Ich weiß nicht. Oder seh ich das jetzt im Nachhinein zu krass? Vielleicht waren das alles nur harmlose Späße? Ist Mobbing nur dann Mobbing, wenn man es als solches empfindet?
Also...ich frage, weil das nach der Schulzeit doch oft Thema in der Therapie war und ich irgendwie diese Zeit jetzt so ganz anders einschätze als früher.
Hm...irgendwelche Gedanken, Antworten, Tipps dazu?
Psycho
Naja, sobald man sich gemobbt fühlt, kann irgendetwas nicht
stimmen, würde ich sagen.
Vllt. liegt es gar nicht an den anderen, sondern an der eigenen
Sensibilität, aber auch daran müsste man arbeiten, denn sonst
kann man im weiteren Leben nicht zurecht kommen.
Manche Menschen fühlen sich eben schneller ausgeschlossen,
fertig gemacht als andere.
Womit ich jetzt nicht sagen will, dass es kein Mobbing gibt und
das alles nur daran liegt, dass man sich da reinsteigert oder so.
Es gibt wohl einmal tatsächliches Mobbing und dann auch wieder
so grenzwertige Sachen und vermutlich auch Fälle, wo niemand
denjenigen fertig machen wollte, er sich aber dennoch so fühlte.
Mutz
Da kann ich mich Psycho nur anschließen. Wichtig ist es aber, dass du darüber sprichst, dass du dir da jetzt zum Mindest Gedanken darüber machst.
Ich selber muss noch daran arbeiten, sowas anzusprechen
Einsame
Ich bin in einem sozialen Beruf tätig und höre sehr oft das Wort "Mobbing" ("Frau X, der ... hat mich gemobbt"). Manche Kids wissen aber gar nicht, was das Wort überhaupt bedeutet und setzen es eher gleich mit "ärgern", was auch nicht nett ist, sich aber deutlich von Mobbing unterscheidet, da Mobbing über einen langen Zeitraum stattfindet, zu schweren Erkrankungen führen kann (Depressionen bis hin zum Suizid) und oft auch dazu führt, dass das Opfer aus der Institution (Schule, Arbeitsplatz) vertrieben wird. Wenn man jetzt z.B. "nur" in der Abgangszeitung runtergemacht wird, ist das m.E. eine totale Gemeinheit, aber kein Mobbing. Wurde man aber auch während der Schulzeit ständig fertig gemacht - wie es bei dir wohl war - und als krönenden Abschluss noch in der Abgangszeitung in negativem Licht dargestellt, handelt es sich m.E. um Mobbing.
... Mal was Allgemeines zum Thema ... wollte ich schon länger mal hier loswerden ...
Ich selbst wurde als Schülerin auch gemobbt, kannte damals aber das Wort noch nicht, d.h. ich fühlte mich nicht gemobbt, sage jetzt aber im Nachhinein, dass es sich ganz klar um Mobbing handelte.
Manchmal findet Mobbing auch auf ganz subtile Weise statt, so dass das Opfer es gar nicht richtig merkt und sich deshalb auch nicht gemobbt fühlt. Oder man merkt es erst hinterher, so wie es bei dir der Fall ist.
(Wir waren übrigens auch zu zweit, meine damals beste Freundin und ich).
Psycho
Einsame, du schriebst, dass es über einen längeren Zeitraum
geschehen muss, um Mobbing genannt zu werden.
Wie lange denn deiner Meinung nach bzw. ich habe z.B. eine
Mobbingerfahrung in den Ferien gemacht, war mit einer Jugendgruppe
weg und wurde dort fertig gemacht, das ging aber natürlich nur so
lange, wie wir weg waren, also nur drei Wochen. Kann ich es deswegen
nicht Mobbing nennen?
DerewigePrinz
| Zitat: |
Original von *Schäfchen*
... dann könnte man das durchaus als Mobbing bezeichnen. Aber ich habe das nie so empfunden. Vielleicht weil wir zu zweit waren? Ich weiß nicht. Oder seh ich das jetzt im Nachhinein zu krass? Vielleicht waren das alles nur harmlose Späße? Ist Mobbing nur dann Mobbing, wenn man es als solches empfindet?
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Ich denke vorab mal, dass man solche Sachen wie Mobbing...Stalking...im
Einzelfall sehr genau betrachten sollte.
Es ist unbestreitbar und beweisbar, dass es sowas gibt - ganz klar. Das Mobbing und Stalking strafrechtlich relevant geworden sind ist auch sehr richtig, denn die Folgen können neben ernsten psychischen Störungen durchaus bis zur (Selbst-)Tötung gehen.
Andererseits haben Dinge mit solch einem ernsten Hintergrund auch die Nebenwirkung in gewissen Bereichen, bei manchen Menschen zur "Mode" zu werden, d.h. dass eine ganz andere Sache plötzlich zu Unrecht einen Namen bekommen hat, mit evtl. auch erheblichen Folgen.
Beide Extreme gibt es und alles dazwischen, deshalb sollte auch hier gelten: Mal wieder ganz genau hinsehen und erst dann entsprechend reagieren/agieren.
Meiner Meinung nach gehören - wie bei vielen Dingen - zum Mobbing min. 2 Menschen. Einer der bewusst mobbt und einer der sich gemobbt fühlt. Wenn beides zutrifft, ist es m. E. nach Mobbing. Sollte nur eines davon zutreffen, besteht evtl. "nur" mal Bedarf an einem ernsten, offenen Gespräch...ebenfalls wie bei vielen anderen Dingen.
Einsame
Hallo Psycho,
zunächst mal: Es tut mir sehr Leid, was dir da passiert ist - schlimm! Und das war ja bestimmt in den Ferien, wo man mal entspannen will.
Ich denke nicht, dass man einen exakten Zeitraum nennen kann, über den das Schikanieren stattfinden muss, damit man es Mobbing nennen kann, nur, was ich ausdrücken wollte ist, dass es kein Mobbing ist, wenn es sich um ein einmaliges Ereignis handelt oder um gelegentliches Ärgern. Aber was du da beschreibst, würde ich persönlich schon als Mobbing bezeichnen, da es sich ja im gesamten Zeitraum der Jugendfreizeit abgespielt hat.
loriana
mobbing ist und bleibt mobbing egal wie das der betroffene in dem moment empfindet.
wie schon gesagt wurde können die wirkungen auch erst nach längerer zeit des mobbingschlusses auftreten oder unterbewusst.
mobbing ist nicht gleich ärgern allerdings ist permanentes ärgern schon mobbing.
mobbing kann man meiner meinung nach nicht daran festmachen wielange es andauert man kann von einer gruppe z.b während ner ferienzeit gemobbt werden genauso aber auch über jahre iin der schule/im beruf
wichtig ist und bleibt es zu reden und zu verarbeiten
Randexistenz
Ich wurde nie wirklich schlimm gemobbt, damit meine ich nicht über Jahre hinweg von den selben Personen und auch nicht permanent jeden Tag. Eigentlich waren es immer "nur" ein paar blöde Sprüche, von völlig Fremden, von Klassenkameraden, Leuten aus Parallelklassen etc. Wahrscheinlich war/ist es für mich immer schon bedeutender gewesen als für die Personen von denen das "Mobbing" ausging.
Eigentlich erwarte ich auch nichts anderes, schließlich ist es immer so gewesen, wenn ich mit anderen Jugendlichen zusammengekommen bin. Ich bin eben anders und kann leider nicht so tun als wenn ich normal wäre. Für mich sind diese Sprüche jedes Mal wieder schlimm und jedes Mal weiß ich wieder nicht wie ich darauf reagieren soll. Andere Menschen würden selbstbewusster darauf reagieren und sich selbst nicht mit ihrer Reaktion zum Opfer machen. Aber mir merkt man eben relativ schnell an, dass ich ein "Opfer" und leicht zu treffen bin mit irgendwelchen dummen Bemerkungen. Ich verstehe nicht warum das für manche Menschen so anziehend ist und warum sie sich dann so verhalten wie sie es eben tun...