Macht Mobbing einen zu dem, was man heute ist???

BlueLuna
Hm...bei mir find das eigentlich schon im Kindergarten an...ich muss dazu sagen, ich habe von Geburt an eine Behinderung und das war schon im Kindergarten der Grund für Mobbing. Verspotten, ausgrenzen...das war da an der Tagesordnung. In der Schulzeit wurde das noch schlimmer, der Grund lag auch an meiner Behinderung...auch wieder verspotten, ausgrenzen, Intriegen, letztendlich sogar körperlicher Angriff...
Ich habe mich dadurch arg zurück gezogen, hatte Schwierigkeiten, Kontakte zu knüpfen und letztendlich hat es dazu geführt, dass ich mich selber hasse.
Meine Mutter war auch nie für mich da, hat sich nicht gekümmert, warum ich so ruhig war, in mich zusammen gesunken bin, auch manchmal geweint habe...
Es tut so weh...die ganzen Erinnerungen...muss an der Stelle erst mal aufhören...das Thema Mutter ist für mich größtenteils nur die Bestätigung für mein Selbsthass... unglücklich
nighthawk
Das war schon ein guter Anfang, BlueLuna!

Und Du sollst wissen, dass Du nicht allein mit Deinen Erfahrungen bist. Nicht immer sind die Erlebnisse der Anderen exact die gleichen, aber doch sehr ähnlich.

Es gibt immer wieder Menschen, die eine Behinderung zum Anlass für Spott und Ablehnung nehmen. Ich muss nicht erwähnen, dass solche Leute charakterlich minderwertig sind. - Kannst Du denn mit Deiner Behinderung umgehen? Hast Du sie akzeptiert? Kannst Du, möchtest Du hier Genaueres zur Art Deiner Behinderung sagen? - Ich frage nicht aus Neugier, sondern weil ich glaube, dass es Dich vielleicht etwas befreien könnte, wenn Du sagen kannst:

Ja, ich bin behindert. Aber Ihr, die Ihr mich deswegen beschimpft, auslacht oder sogar körperlich angreift - Ihr seid mehrfach behindert: Im Kopf, im Herzen und in der Seele...

Nur Gutes!
nighthawk
Ano Nym
Also die Frage "Macht Mobbing einen zu dem, was man heute ist" kann ich 100%ig mit ja beantworten.
Durch Mobbing wird das Selbstvertrauen sehr stark angegriffen und das auf jeden Fall auswirkung auf das spätere Leben.
Ich wurde früher auch sehr stark gemobbt... Es hat harmlos angefangen... später haben mich dann auch meine "Freunde" im stich gelassen und sogar noch mitgemobbt. Am Ende ging es soweit, dass ein wildfremder Schüler in die Klasse kam und mich einfach aus spaß zusammenschlug.
Als ich dann aus der Mittelschule in die Berufsschule kam ging es wesentlich besser... Die Schüler waren dort etwas erwachsener... Das dachte ich zumindest... Im nachhinein musste ich leider herausfinden. dass meine "Freunde" mich dort nur ausgenutzt und hintergangen haben... Es ging dann auch soweit dass sie meinen Rechner im Wohnheim gehackt hatten und sich an meinen Tageboch ergötzten... Zum Glück habe ich das erst später erfahren als es mir schon relativ egal war und ich meilenweit weg von den Leuten war...
Trotzdem... Durch diese Vorfälle kann ich heute kaum noch Vertrauen in irgendwelche Menschen aufbauen... Keine Freunde, keine Freundin, niemand...
Ich war früher einfach zu naiv und zu freundlich... Anscheinend muss man auf dieser Welt ein Arschloch sein um glücklich werden zu können. Aber ein Arschloch will ich nicht sein... Da bleibt ja einen nur der eine Ausweg...

BlueLuna, ich kann mir vorstellen wie es dir geht... Ich hoffe du findest irgendwann mal wen der dich wirklich mag...
BlueLuna
Danke ihr Beiden für eure liebe Antwort. smile Meine Behinderung liegt bei den Augen und das sieht man ja auch, weil ich - für meine Begriffe - ziemlich arg schiele. Ob ich damit klar komme??? Naja, ich möchte behandelt werden wie alle anderen auch und will letztendlich von meiner Behinderung nichts wissen, will es manchmal nicht wahr haben...ich glaube nicht, dass ich das akzeptieren nennen kann, oder? unglücklich
Ich wäre gerne so stark, um das sagen zu können, night...aber das habe ich noch nie fertig gebracht...im Gegenteil...jeder Spruch...hat mich immer zurück geworfen...

Tyrael: Es soll wohl Leute geben, die mich mögen, sagen sie. Nur leider neige ich dazu, das oftmals nicht zu glauben...ich hasse mich und wie sollen andere mich dann mögen können? Mir hat mal jemand gesagt, wenn du dich selber nicht mal akzeptierst, wie sollen es dann andere können?...
Angel
@ BlueLuna

Glaube mir, ich weiß, was du durchmachen musst.
Ich wurde damals auch sehr stark gemobbt.
Schon von kleinem auf in der Vorschule und im Kindergarten.
Nachher dann auf den normalen Schulen und es wude immer schlimmer..

Ich glaube auch, dass man durch Mobbing erst zu dem geworden ist, was man jetzt ist.

Naja, ich habe aber das Gefühl, dass ich troz der ganzen Höllen-Qualen des Mobben eigenatigerweise gewisse Erfahrungen gesammelt habe,
um zu wissen, wie ich mich nun verhalten soll.

Ich gehe jetzt auch auf eine Berufsfach-Schule, und dort sind die Meisten erwachsener (nicht Alle, aber Viele).

Meine Mutter meint zwar auch, sie sei imme fü mich da, irgendwie ist sie es auch, aber wenn es um meine Depressionen und Konzentrationsschwächen geht, dann ist sie ratlos.

Meine Eltern meinen auch nur ständig zu mir, ich solle mich mal zusammenreißen und positiv bleiben, haa, das wäre so leicht, wenn mein Stiefvater mich nicht auch immer anschreien würde und ich keine Aufgaben von ihnen zu erledigen hätte.

Natürlich ist es wichtig, zu wissen, wie man im Leben klar kommt, aber ich fühle mich überfordert und komme nicht mit den Wünschen meine Eltern hinteher, geschweige denn noch mit der Schule, wo ich jetzt in den meisten Fächern sehr schlecht geworden bin.


Dann gab es heute noch ein kleines Gespräche wegen mir und meiner Mutter, sie hat mir zwar gesagt, ich solle die Mädchen einfach hemmungslos ansprechen, eigentlich finde ich es ja sehr nett von ihr, dass sie mir dabei auch helfen möchte, aber ich kriege das leide irgendwie nicht hin, weil ich mir nonstop Sorgen mache und in Deprsesionen verfalle.

Ich weiß nicht, ob man das eine Behindeung nennen kann, ich glaube eher wenige, ich habe auch ein kleines Problem mit meinen Augen, denn ich bin kurzsichtig und bin Brillenträger, das schon seit ca. 2 Jahren.
Die Probleme mit den Augen sind alleings bei mir schon viel älter als 2 Jahre.


Um mal etwas Sinnvolles zu tun, schaue ich fast täglich eine Fensehserie und lese gerne Bücher.
Eigentlich möchte ich auch sehr gerne in einen Verein, aber leide ist es seh schwer, etwas Geeignetes zu finden.
lieber tot
Zitat:
Macht Mobbing einen zu dem, was man heute ist???


ja denk ich schon zu einem großen teil
sacrifice
Zitat:
Macht Mobbing einen zu dem, was man heute ist???


Nicht unbedingt, aber es hinterlässt Spuren, die man nie wieder wegbekommt...die einem das ganze verfluchte Leben begleiten.
BlueLuna
Danke Angel für deine lieben Worte...ich weiß gerade gar nicht so recht, was ich sagen soll, bin mal wieder sprachlos...das ist so ungewohnt, einige Dinge zu schreiben, wenn man das sonst nie tut...aber was mir bleibt, zu sagen, dass ich dir ganz viel Kraft wünsche, die du brauchst
Deine BlueLuna
Angel
@ BlueLuna

Es freut mich sehr, dass ich dir helfen kann. fröhlich

Ja, es stimmt, ich schreibe sowas auch nicht oft, aber sehr gerne tu ich es hier, irgendwie fühle ich mich hier schon sehr wohl.

Und danke auch an dich, ich wünsche dir auch natürlich viel Kraft und Energie für deine Bedürfnisse.

Dein Angel
McGilroy
Zitat:
Original von nighthawkmehrfach behindert: Im Kopf, im Herzen und in der Seele...

Unsinn. Im Kopf, bestimmt, aber das Herz ist ein Pumpmuskel und die Seele eine fixe Idee. stupid
Davon abgesehen stimme ich aber zu - eine Behinderng als Anlass für Spott und Hohn zu nehmen, ist hinterletzte Hirnschwäche.

Und was die Mobbingfrage betrifft, kann ich das von meiner Seite aus nur verneinen. Etwas Abhärtung nach einiger Zeit, dann stellten sich auch gewisse Reflexe des verbalen Zurückschlagens ein und die Sache ist gegessen.
qimk
ich weiß nicht, aber es ist schon irgendwie so, das mobbing einem zu dem macht, was man heute ist...die frage ist nur, wie bin ich mit dem mobbing umgegangen..ich wurde auch gemobbt und das quasi meine gnaze schulzeit, doch irgendwann habe ich einfach eine scheiß egal stellung bekommen und es war mir egal..denn die leute die mobben haben doch echt mal nen rad ab..die glauben nur, weil sie in einer gruppe sind (wo meist auch nur intriegen gesponnen werde), das sie stak sind und einen fretig machen können..das einzige, was sie geschafft haben, ist das ich ne einzelgänbgerin geworden bin und mich eigentlich auch nich auf menschen einlassen kann, denn meine "beste" freundin hatte auch mit gemobbt...dadurch habe ich gelernt, eiegtnlich nicht mehr über meine probleme zureden, denn dadurch bin ich angreifbar, sondern nur noch anderen zuzuhören....
Nightflyer
Macht Mobbing einen zu dem, was man heute ist??? Ich denke es kommt darauf an wie intensiv das Mobbing ist bzw. war und ob es Kompensationsmöglichkeiten gab. In Klasse 5 und 6 war ich noch in Sportvereinen und hatte an AGs teilgenommen. Ab Klasse 7 ging es dann richtig los mit dem Mobbing und ich zog mich immer mehr zurück. Das Gefühl nicht dazuzugehören hat mich zum Einzelkämpfer werden lassen. Ich denke, mein Leben wäre ohne Mobbing total anders verlaufen.
qimk
natürlich wäre das leben anders verlaufen die frage ist ja nur, fände ich es aus der heutigen situation besser???

ich nicht, denn meine schule bestand einzig und allein aus beschissen spießern, die alles von ihren eltern in den arsch geschoben bekommen haben und garnicht wissen, was es heißt, etwas zu tun..naja nur anwalts und ärzte kinder...kann man auch drauf schießen, auf leute, die falsch zu einem sind...dann liber nen einzelkämpfer, der weiß, was er hat und wie menschen tikken... nicht??
Nightflyer
@qimk
Muss ich dir Recht geben, dass man auf die Leute, die falsch zu einem sind, scheißen kann. Und mit den Anwalts- und Arztkindern, das würde ich nicht so pauschal sehen. Ich kenne ein Mädchen, dessen Vater ist Arzt, aber sie selbst ist Punk. Naja, der Vater wird wohl bald am Herzinfarkt sterben. großes Grinsen Und mit dem Einzelkämpfer ist das so eine Sache. Wenn du überhaupt keine Freunde hast, kannst du keine soziale Kompetenz entwickeln und so auch nur schlecht einschätzen wie Menschen wirklich ticken.
qimk
ich weiß nicht..aber meine eltern werde ich nie verlieren (manchmal auch schade)... und dadurch auch nie den zwang was mit anderen menschen machen zu müssen..der tochter soll es ja gut gehen, aber wie es einem da wirklich geht, das ist ja scheiß egalt...hauptsahe der schein stimmt....ich glaube schon, das man auch als einzelkäpfer merken kann, wie menschen ticken, denn man merkt meist dann erst das richtige gesicht der menschen, wenn sie mobben...denn da müssen sie nicht auf die gesellschaft achten, denn die person die gemobbt wird ist meist kein mitglied mehr der gesellschaft (der "normalen")....ich glaube, man kann dadurch die menschen vielleicht nicht besser einschätzen, aber man vertraut nicht jedem und tastet dadurch nen bissel ab, was auch helfen kann, nicht???
BlueLuna
Hm...ich weiß nicht, ob Mobbing irgendwann abhärtet...ich denke, bis zu einem gewissen Grad ja, aber dennoch gibts Dinge, wo die Leute ganz genau wissen, wie sie einen treffen und mit meiner Behinderung klappt das nun mal immer...ein blöder Spruch und schon wächst mein Selbsthass. Aber ich denke schon, dass dann irgendwann dieses Egal-sein anderen gegenüber eintritt. Dann ist da ja noch dieses komische Denken...ich weiß nicht...habe ich mit jemanden mal Stress, so hasst mich auch der Rest der Welt, dann kommen wieder solche Selbstzweifen und ich ziehe mich zurück...kennt ihr das?
Ano Nym
Das Gefühl, dass mich alle hassen habe ich auch... Ich denke auch manchmal, dass mein bester Freund mich hasst was natürlich absoluter Quatsch ist, aber so leicht kann man das nicht abstellen.
Zurückgezogen habe ich mich ziemlich früh... Das kommt ja wegen den Selbstzweifeln denke ich mal... Das Denken: "Die mögen mich sowieso nicht", "Ich bin hässlich", "Ich kann nichts" macht den Aufbau von sozialen Bindungen nicht gerade einfach... unglücklich
lieber tot
hmm klingt vielleicht komisch aber ich komm damit nicht zurecht beliebt zu sein, früher war ich fast immer der außenseiter und auf einmal wollen leute mit mir weggehen und mögen mich, ich will keine freunde haben und am wochenende weggehen....liegt aber vielleicht auch daran dass die leute keine ahnung über mich haben und mich nie verstehn würden aber am liebsten wär ich für mich allein, in der schule zumindest, einfach nicht unbeliebt aber auch nicht beliebt, wie macht man das?
qimk
ich weiß nicht, zurückgezogen habe ich mich vor 8 jahren das erstemal...und jetzt ich mag es auch nicht, wenn ich in der uni bin und die leute sich mit mir unterhalten wollen...frage mich dann immer, was wollen die, die kennen mich docg garnicht...ich glaube, da durch, dass ich früher gemobbt wurde, habe ich mich zurück gezogen, bin abgehärtet gegen irgendwelche beschissenen sprüche (habe gelernt zu kontern) , möchte aber vielleicht auch deswegen keinen kontakt zu anderen menschen
BlueLuna
Hm...was soll ich sagen, ich kann nicht behaupten, sonderlich beliebt zu sein, aber es gibt dennoch Menschen, die behaupten, mich zu mögen. Kann es auch sein, dass du es dir einfach nicht vorstellen kannst, dass es auf einmal Menschen gibt, die dich mögen, weil es ja früher nicht so war, lieber_tot? Oder sehe ich das jetzt vollkommen falsch? Ich kann ja in andere Menschen nicht reingucken, kann nur sagen, wie es mir persönlich dabei geht und ich hab damit in gewisserweise auch Probleme, weil ich das den Leuten dann irgendwie nicht abkaufe...versteht ihr, was ich meine?