Sad_Angel
Huhu!
Habe des Öfteren gelesen, dass Mobbing auch Traumata auslösen kann. Wie seht ihr das? Seid ihr auch der Meinung oder denkt ihr, dass das absoluter Schwachsinn ist? Oder habt ihr derartige oder ähnliche Erfahrungen auch schon gemacht?
Mobbing ist ja nun etwas, das tiefe Narben bei den Opfern hinterlässt, die einen verändern können - spreche da aus eigener, langjähriger Erfahrung. Ich bin der Meinung, dass Mobbing durchaus traumatisierend wirken kann - was meint ihr?
Viele Grüsse von einer nachdenklichen Sad_Angel
Gothica777
Finde das aber auch so, das Mobbing tiefe Narben hinterläßt und somit traumatisierend ist. Ist schließlich eine sehr tiefe seelichee Verletzung finde ich. Viele habe durch Mobbing schon suizid gegangen. Und durch Mobbing entstehen auch schwere psychische Schäden, Leute werden Depressiv und greifen zu Drogen weil sie nicht mehr weiter wissen. Mobbing prägt einen fürs Leben finde ich.
Silly-Sally
Also ich finde auch, dass man durch Mobbing traumatisiert werden kann. Ist ja so gesehen auch Missbrauch- seelischer Missbrauch eben.
Doch, ich bin mir sicher, dass das möglich ist.
Ich wurde in der Kindheit auch viel gemobbt von Mitschülern (in der Grundschule) und da ist auch einiges bis heute hängen geblieben. War zum Glück nicht in Form von Flashbacks, aber so gedanklich kommen doch hier und da böse Sprüche hoch und ich denke auch, dass dieses Mobbing bei mir zur Krankheit beigetragen haben.
Sad_Angel
| Zitat: |
Original von Silly-Sally
ich denke auch, dass dieses Mobbing bei mir zur Krankheit beigetragen haben. |
An eben diesen Gedanken bleibe ich auch die ganze Zeit hängen und frage mich, ob das bei mir auch so sein könnte ...
Liriel
ich würd auch sagen das mobbing zu traumas führen kann. wohl auch ein teil meiner probleme, gut das ich alles vergesse
sewisan
Ich denke auch, dass Traumata durch Mobbing entstehen können. Vielleicht nicht so tiefgreifende wie bei sexuellem Missbrauch oder weiß der Geier was. Aber ich denke, es gibt ja unterschiedliche Abstufungen und ich kann mir gut vorstellen, dass Mobbing traumatisierend wirken kann.
Letztendlich sagt "Trauma" ja nur aus, dass man die Ereignisse nicht verarbeiten kann... Hm.
Prinz Valium
JA! DEFINITIV!!!!
Abgesehen davon, wird man GANZ schnell selbst vom Ex-Opfer zum Täter, weil man es eben "so gelernt" hat....schwache Ausrede, aber es ist so.
duda
hi,
ja kenne das. fing schon in der schule an, sa dass ich mit 12 den ersten suzi hatte. in der ausbildung ging es weiter, hab im zweiten jahr gekündigt, obwohl ich schon eine stelle für danach hatte. hab auch da nichts gelernt. das sitzt tief. hab mitlerweile positive erfahrungen gemacht. hoffe es passiert mir nicht mehr. und dass man vom opfer zum täter wird sehe ich nicht so. denn: was du nicht willst was man dir antut, tue auch nicht anderen an. hat auch was mit respeckt zu tun. prinz valium, denk mal darüber nach, wenn jeder so handeln würde.
ichhal
Ja bin der gleichen Meinung wie ihr. Auch ich wurde jahrelang Gemobbt und habs bis heute noch nicht überwunden. Leide immer noch an Depressionen und einer sozialen Phobie.
hängman
hm, naja klar...ich mein das gehirn speichert gute sowie schlechte erinnerungen die schlechten sogar oft leichter als die guten, ich glaub das is so ne art gefahrenwarnung wie sich ein kleinkind das mit katzen spielt und gekratzt wird das auch nicht so leicht vergisst...
und ich weiß nich aber ich glaub wenn man jetz mehr solche schlechte erfahrungen hatte, wird man eben sehr vorsichtig was zur phobie führt.
ich mein ich bin jetzd 26 und es wird nich unbedingt besser eher schlechter desto mehr leute ich kennen lerne desto vorsichtiger werde ich, obwohl ich früher eher ein zugänglicher typ war...wie ist das in 10 oder 20 jahren kann ich da überhaupt noch vor die tür denk ich mir manchmal... naja was solls man wird sehen.
aufjeden fall kann ich mich an viele schlechte dinge erinnern in meinem leben und ich würd sie gern hinter mir lassen das könnt ihr glauben nur so leicht is das nich...
Silly-Sally
| Zitat: |
Original von duda
und dass man vom opfer zum täter wird sehe ich nicht so. |
Kann ich mir auch nicht vorstellen, dass man selber irgendwann den Spieß umdreht. Bei mir zumindest ist es nicht so. Ich denke die Opfer werden sich entweder irgendwann wehren können oder Opfer bleiben... aber zu Tätern denk ich werden sie nicht.
Sad_Angel
| Zitat: |
Original von hängman
aufjeden fall kann ich mich an viele schlechte dinge erinnern in meinem leben und ich würd sie gern hinter mir lassen das könnt ihr glauben nur so leicht is das nich...
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Das glaube ich dir sofort - es geht mir nämlich genauso. Immer wieder kommen Situationen und Erlebnisse aus den vielen Jahren Mobbing hoch und ich weiss einfach nicht, wie ich damit umgehen soll - eigentlich kann ich nicht damit umgehen, weil es mir viel zu sehr verletzt hat
beat-
Ja und Nein.
Sicherlich kann eine solche Situation zum Trauma führen (was man vielleicht garnicht mitkriegt und sich erst Jahre nachdem man gemobbt wurde zeigt) aber dies ist weisgott nicht der regelfall.
Ob es sich um ein Trauma handelt, kann nur ein "Psychologe" (Psychotherapeut etc. etc.) diagnostizieren. Tritt aber durch Mobbing wirklich recht selten auf, und wenn dann sollte man sich in Behandlung geben, obwohls ne harte Zeit werden kann, weil alles wieder aufgewühlt wird.
Samborichie
Ich bin schon irgendwie der Meinung, dass Mobbing so ne Art Posttraumatische Belastungsstörung hervorrufen kann.
mdr
ja, ich denke schon.. ich hab mich damals total im stich gelassen gefühlt, wollte die schule wechseln, durfte aber nicht.. keiner hat mir geglaubt, alle haben immer nur gesagt ich bin selbser schuld und zwing die ja nur dazu mich auszuschließen, usw. und das jahrelang, da kommt man nicht einfach so drüber hinweg..
zu der vom opfer zum täter-sache: war bei mir so.. das war damals in der unterstufe, in der oberstufe bin ich dann in eine neue shcule gekommen. ich war nicht plötzlich beliebt oder so, aber es gab wen, der noch weiter unten war als ich. und sobald ich mitgemacht hab, war ich ein teil der gemeinschaft.. und nochmal selber so behandelt werden, das wollte ich nicht.. (soll keine billige entschuldigung sein..)
CaveCanem
es kommt auch definitiv darauf an, wie damit umgegangen wird von seiten der familie usw. ...
wenns "nur" schule ist, man aber von zu hause + lehrern usw. verständnis erhält ist das trauma wahrscheinlich nicht so gross wie wenn man in der schule niedergemacht wird, die lehrer mitmachen, man nach hause kommt und da dann noch hören darf, dass man ja "selbst schuld sei, denn sonst macht sowas ja keiner" oder nettigkeiten wie " naja, ignorier die sonst haste selbst schuld" und allgemein, egal wo man versucht, hilfe zu holen, zu reden usw. nirgends auf verständnis stösst...
so wars bei mir. ich hab die bestimmt provoziert.......klar. damit, dass ich nix sage, damit dass ich existierte! wehren? null chance....
jetzt lohnts sich wenigstens, wenn ich niedergemacht werde, wenigstens sind die vorurteile nur noch ansatzweise "begründet" auch wenns nach wie vor nur ein "auf die fresse!!" ist.
oft sinds einfach leute, die ich nie zuvor gesehen habe... ich kenn die garr nicht aber muss mir, ohne dass ich nur ein wort verloren habe, anhören, wie dumm und scheisse und hässlich und abgrundtief eklig ich sei.... wildfremde jugendliche
wenn man NIEMANDEN zum reden hat, niemand einen versteht bzw. sich darum bemüht, dann ists sicherlich nochmal um einiges traumatisierender. bin ich mir ziemlich sicher. ich hätte es mir damals gewünscht..
heaven
ich denke auch das es zum trauma führt, ich denk ich kann das mal so so sagen den bei mir waren es über 10 jahre und zu hause hat mir niemand deswegen zugehört, es waren nicht nur schüler sonder auch lehrer....den irgentwo bleibt ja immer ein gedanke da, ein riß...
ich glaube auch nicht das man zum täter wird bei mir ist es so ich versuche mich für die opfer einzusetzen, weil ich mir denke, ich hab das lange genug durchgemacht da brauchen andere nicht auch noch zu leiden...
das mit dem einsetzten gestaltet sich aber meist als schwierig da ich durch meine negativen erfahrungen angst vor menschen habe und auch den mund selten aufmache...
| Zitat: |
Original von CaveCanem
wenn man NIEMANDEN zum reden hat, niemand einen versteht bzw. sich darum bemüht, dann ists sicherlich nochmal um einiges traumatisierender. bin ich mir ziemlich sicher. ich hätte es mir damals gewünscht.. |
ich hätte es mir auch gewünscht das mir jemand zuhört, damals.
heute die, die mir zuhören können diesen schaden ja nicht mehr wirklich reparien in nur erleichtern und doch bleibt es immer da und kommt wieder
Liliza
ja, definitif.
viell. irre ich mich, aber letztendlich mache ich das mobbin was in der 5. klasse angefangen hat dafür verantwortlich, daß ich selbst heute, über 10 jahre später, immer noch probleme habe.
bei mir ist es eine ekelhafte verkettung von einerseits mobbing in der schule und als gegensatz eine überführsorgliche überbehütende familie (die beim mobbing jedoch leider auch nur völlig machtlos war und nur mit ratschlägen wie "ignorier es einfach" "helfen" konnte)
an dem tag, wo ich weiß, daß ich schwanger bin trete ich in den schützenverein ein... und dann bin ich wahrscheinlich die erste MUTTER, die in einer schule amok läuft
(für alle mitlesenden allzugesetzestreuen menachen: NEIN; das meine ich NICHT ernst ;p)
ax7
ich zitiere mal:
wiki:
"Als Trauma (Plural: Traumata, Traumen) oder Psychotrauma bezeichnet man in der Psychologie eine von außen einwirkende Verletzung der Psyche. Eine traumatisierende Verletzung kann an sich sowohl körperlicher wie auch seelischer Natur sein, zu einer psychischen Traumatisierung kommt es jedoch in beiden Fällen erst dann, wenn das Ereignis die psychischen Belastungsgrenzen des Individuums übersteigt und nicht adäquat verarbeitet werden kann. Beispiele für Erlebnisse, die Traumata auslösen können, sind Gewalt, Krieg, Folter, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, körperliche und seelische Misshandlung, aber auch Unfälle, Katastrophen oder Krankheiten. Auch emotionale Vernachlässigung, Verwahrlosung, soziale Ausgrenzung oder Mobbing können zu einer Traumatisierung führen. Mitunter kann auch die bloße Zeugenschaft eines solchen Ereignisses traumatisierende Wirkungen auf den Beobachtenden entfalten."
und aus "trauma und ihre folgen" von michaela huber:
"Ein Trauma ist überwältigend, lebensgefährlich, über alle Maßen erschreckend. Ein Ereignis ausserhalb dessen, was der Mensch sonst kennt. Verbunden mit der Überzeugng, dass man es nie verwindet. So schlimm, dass man nachher denkt, dass könne nicht passiert sein. Mit enormen seelischen und/oder körperlichen Schmerzen verbunden. Etwas, das von unserem Gehrin aufgesplittert oder ganz verdrängt wird."
lg,
damaged
mdr
| Zitat: |
Original von Liliza
viell. irre ich mich, aber letztendlich mache ich das mobbin was in der 5. klasse angefangen hat dafür verantwortlich, daß ich selbst heute, über 10 jahre später, immer noch probleme habe. |
ich denke mir manchmal (naja, eigentlich ziemlich oft..) das gleiche.. mit den ganzen sachen aus meiner kindheit wär ich schon irgendwie klargekommen, aber dann das.. =/